Routen
Eine Route beschreibt eine einzelne Datenstrecke zwischen einem externen System und SAP Business One – welche Art von Objekt übertragen wird (z. B. Artikel oder Bestellungen), in welche Richtung die Daten fließen, welche Anbindung dafür genutzt wird und wie Felder zwischen den Systemen zugeordnet werden.
Routen sind das zentrale Konfigurationsobjekt: für jede einzelne Integration legen Sie eine Route an. Eine Route nutzt genau eine Anbindung; eine Anbindung kann hingegen von beliebig vielen Routen verwendet werden.
Richtung: Import und Export
Jede Route hat eine Richtung. Sie sagt, wohin die Daten fließen – gesehen von SAP Business One aus: Import holt Daten aus einem externen System nach SAP Business One, Export bringt Daten aus SAP Business One in ein externes System.
Typ: Verarbeitung und Verteilung
Jede Route hat außerdem einen Typ, der ihr Verarbeitungsmuster bestimmt:
- Verarbeitung ist der Regelfall – eine solche Route überträgt fachliche Datensätze einer Objektart (z. B. Lieferung oder Geschäftspartner) zwischen SAP Business One und einem externen System.
- Verteilung überträgt selbst keine fachlichen Datensätze. Stattdessen wertet sie eine eingehende Nachricht anhand von Regeln aus und leitet sie an eine oder mehrere Verarbeitungsrouten als Ziel weiter. Das bildet Szenarien ab, in denen eine einzelne eingehende Nachricht je nach Inhalt unterschiedlich weiterverarbeitet werden muss.
Ein Beispiel für den zweiten Fall: Ein Webshop meldet Bestellungen, Reklamationen und Kontaktanfragen gemeinsam – alles läuft in einem Eingang zusammen, unabhängig davon, worum es geht. Eine Verteilungsroute nimmt diese Nachrichten entgegen, erkennt am Inhalt, worum es sich jeweils handelt, und übergibt jede Nachricht an die passende Verarbeitungsroute.
Richtung und Typ hängen voneinander ab: Eine Verteilungsroute ist immer eine Importroute – sie empfängt eine Nachricht und verteilt sie weiter. Für Export gibt es dagegen nur Verarbeitung. Daraus ergeben sich drei gültige Kombinationen: Import mit Verarbeitung, Export mit Verarbeitung und Import mit Verteilung.
Datenherkunft: woher eine Route ihre Daten bekommt
Neben Richtung und Typ hat jede Route eine Datenherkunft. Sie beantwortet die Frage, wie die Datensätze überhaupt zur Route gelangen:
- Datenbestand – die Route liest selbst: Sie ruft einen Endpunkt ab und holt sich die Datensätze. Das ist der Fall bei Exportrouten.
- Warteschlange – die Route holt bereitliegende Einträge nacheinander ab und arbeitet sie ab, bis nichts mehr wartet. Sie durchsucht dabei keinen Datenbestand.
- Verteilungseingang – die Route bekommt ihre Daten von einer Verteilungsroute und liest selbst nichts.
Diese drei Merkmale sind nicht frei kombinierbar: Aus Richtung und Typ ergibt sich, welche Datenherkunft überhaupt zur Wahl steht.
| Richtung | Typ | Datenherkunft |
|---|---|---|
| Export | Verarbeitung | Datenbestand |
| Import | Verarbeitung | Warteschlange oder Verteilungseingang |
| Import | Verteilung | Warteschlange |
Die Datenherkunft ist die zentrale Weiche der Konfiguration: Sie bestimmt, was im Editor an Quelldaten überhaupt einzustellen ist und welche Lauftypen zur Auswahl stehen.
Objektart
Jede Verarbeitungsroute überträgt genau eine Objektart – die fachliche Art des Objekts, um das es in der Route geht. Das können Stammdaten sein (Artikel, Geschäftspartner, Preisliste) ebenso wie Belege (Kundenauftrag, Lieferung, Gutschrift). Die Objektart ist das Hauptobjekt der Route und bleibt über alle weiteren Konfigurationsschritte hinweg der rote Faden. Eine Objektart bezeichnet einen Typ, keine Menge – deshalb steht sie im Singular (Kundenauftrag, nicht Kundenaufträge). Dieselbe Objektart kann von mehreren Routen genutzt werden: Ein Artikel-Export und ein Artikel-Import teilen sich die Objektart Artikel; unterschieden werden die Routen über Name, Richtung und Anbindung. Wie Sie beim Anlegen eine passende Objektart wählen, zeigt die Anleitung Route anlegen.
Damit sind die vier bestimmenden Merkmale einer Route beisammen: Richtung, Typ, Datenherkunft und Objektart. Alle vier liegen nach dem Anlegen fest; änderbar bleiben Name und Anbindung. Für eine andere Kombination legen Sie eine neue Route an.
Auslöser: wann eine Route läuft
Damit eine Route automatisch läuft, braucht sie mindestens einen Auslöser. Ohne Auslöser lässt sich eine Route ausschließlich manuell starten. Xchange kennt drei Auslöservarianten:
- Zeitgesteuert – die Route startet nach einem festen Zeitplan, z. B. täglich zu einer festen Uhrzeit oder alle 15 Minuten.
- Ereignis – die Route reagiert auf ein Transaktionsereignis in SAP Business One, etwa das Anlegen oder Ändern eines Belegs. Diese Variante steht nur Exportrouten zur Verfügung, da nur dort ein Ereignis in SAP Business One den Export der betroffenen Daten sinnvoll anstoßen kann.
- Verteilungseingang – koppelt eine Route als Zielroute an eine Verteilungsroute. Der Begriff steht bewusst zweimal in der Konfiguration: als Datenherkunft sagt er, woher die Daten kommen, als Auslöser, wann die Route damit startet. Dieser Auslöser entsteht automatisch, sobald eine Verteilungsregel die Route als Ziel führt, und lässt sich nicht manuell anlegen oder löschen.
Ein Auslöser legt zugleich fest, welche Daten ein Lauf verarbeitet (der Lauftyp) – und welche Lauftypen zur Wahl stehen, ergibt sich aus der Datenherkunft: Eine Route, die aus dem Datenbestand liest, unterscheidet zwischen einem inkrementellen Lauf (nur seit dem letzten Lauf geänderte Datensätze) und einem vollständigen Lauf (alle Datensätze); eine Route mit Datenherkunft Warteschlange leert stattdessen die wartenden Einträge.
Benennung
Der Name einer Route ist frei wählbar, trägt aber mehr Gewicht, als es zunächst scheint: Viele Ansichten – Ausführung, Verlauf, Konfigurationsstände, Auswahllisten und die Duplikat-Warnung – zeigen eine Route allein über ihren Namen, ohne die Spalten Richtung, Typ und Objektart daneben. Der Name muss die Route deshalb für sich genommen eindeutig und selbsterklärend machen. Welches Namensmuster sich dafür bewährt hat, zeigt die Anleitung Route anlegen.